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[#1] Energiewende im Wärmemarkt bedeutet Energieeffizienz, Sektorkopplung und CO2-Reduktion mit KWK und Fernwärme

Fernwärme bündelt nicht nur effiziente und hocheffiziente Wärmeerzeugungstechnologien, sondern auch sämtliche Energieträger, ob konventionell oder erneuerbar.

Das spart Primärenergie, reduziert CO2 und Luftschadstoffe (NOx und Feinstaub). In Verbindung mit Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmespeichern und Power-to-District-Heat wird eine effiziente und bezahlbare Kopplung des Strom- und Wärmemarkts schon heute vielfach praktiziert.

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Für die ehrgeizigen Zielsetzungen, in 2050 eine weitgehende Treibhausgasneutralität zu erreichen, bedarf es tiefgreifender Wandlungs- und Transformationsprozesse und den Mut für mehr Systemlösungen.

KWK und Wärmenetze bieten ein bewährtes System, das vor allem in den Städten und Ballungsräumen ein Schlüsselinstrument sein kann. Wenn ein umfassender Ausbau von Wärmenetzen jetzt begonnen wird, können die Klima- und Umweltziele (Reduzierung von CO2- und Luftschadstoffen) in den Städten erreicht werden.

Für erneuerbare Energien und Energieeffizienz bieten KWK und Fernwärme die notwendige systemische Lösung (KWK-System). Das gilt sowohl für Flexibilität und Versorgungssicherheit auf dem Strommarkt, als auch für die technischen Herausforderungen, die sich für eine auf erneuerbare Energien basierende und hocheffiziente Wärmeversorgung in dichter Bebauung stellen.

Auch die Sektorkopplung mit dem grundsätzlichen Ziel einer besseren Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr hält der AGFW für richtig. Die Absicht, Überschüsse der regenerativen Stromerzeugung in den anderen beiden Märkten zu nutzen, ist eine grundsätzliche Option, bei der allerdings der Effizienzgedanke im Vordergrund stehen sollte. Denn eine zu starke Konzentration auf die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr ist noch kein Lösungsansatz für die strukturellen Herausforderungen in diesen Sektoren. Es müssen praktische Lösungen gefunden werden, um den Bedarf an Wärme, Strom und Mobilität zu decken, wenn kein durch erneuerbare Energien erzeugter Überschussstrom zur Verfügung steht.

KWK- Systeme sind hierzu schon heute ein geeignetes Instrument. In den bislang noch überwiegenden Zeiträumen, in denen keine Stromüberschüsse durch erneuerbare Energien bestehen und größere Anteile auf fossilen (oder biogenen) Energieträgern basierender Stromerzeugung benötigt werden, kommt KWK zum Einsatz. Dies deckt auf hocheffiziente Weise die Bedarfe an Strom und Wärme. In den Zeiträumen, da Windkraft und Photovoltaik Überschussstrom generieren, können heute schon Elektroheizer und zukünftig auch Großwärmepumpen zur Umwandlung des Stroms in Wärme eingesetzt werden (Power-to-District-Heat). Wärmenetze haben hierbei den Vorteil, diese Wärme effizient zu verteilen und ihre Nutzung in Wärmespeichern zeitlich zu optimieren.

Im Zusammenwirken mit der flexiblen KWK sorgt Power-to-District-Heat schon heute für Netzstabilität. Einspeisemanagement-Maßnahmen, bei denen ansonsten Stromerzeugung durch erneuerbare Energien gegen Entschädigung abgeregelt werden müssten, können zunehmend vermieden werden. Für einen optimalen Einsatz dieser Technologie bedarf es jedoch einer grundsätzlichen Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.