Position zur Bundestagswahl 2017

[#6] Bis 2030 ist eine deutliche Anteilssteigerung von erneuerbaren Energien und Abwärme in Fernwärmesystemen möglich

Dieses erfordert ein geeignetes Anreizsystem für alle Fernwärmenetze. Es sollte technologieneutral ausgestaltet sein und sich am bestehenden Marktanreizprogramm orientieren.

Bundestag und Bundesregierung sollen sich frühzeitig für ein solches Anreizsystem aussprechen.

Lesen Sie weiter ...

Bereits heute erreichen Wärmenetze in den Städten teilweise relativ hohe Anteile erneuerbarer Energien und damit auch CO2-Einsparungen. Im Bundesdurchschnitt und über alle Fernwärmenetze der öffentlichen Versorgung liegt der Anteil bei 16 %
(+ 10 % Abwärme), im Einzelfall aber durchaus bei bis zu 100 %. Im Vergleich dazu sind die Möglichkeiten auf regenerativen Energien basierender Gebäudeheizsysteme wie Wärmepumpen, Solarthermie und Holz-Pelletöfen im städtischen Gebäudebestand begrenzt. Der Anteil liegt hier i. d. R. im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Eine Verdoppelung des Anteils von erneuerbaren Energien und Abwärme in den Fernwärmesystemen ist in den nächsten 15 Jahren bei entsprechenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen möglich. Aus heutiger Sicht ist dazu die Einführung eines geeigneten Anreizsystems notwendig. Dieses sollte technologieneutral ausgestaltet sein, erneuerbare Energien und Abwärme einbeziehen und sich am bestehenden Marktanreizprogramm (MAP) orientieren. Zudem sollte das Anreizsystem dem Umstand Rechnung tragen, dass Fernwärme Energieeffizienz und erneuerbare Energien nicht nur in den Neubau bringt, sondern ihre Vorteile im gesamten angeschlossenen Gebäudebestand wirken.

Im Ergebnis wäre die Systematik des MAP – jedoch ohne Beschränkungen hinsichtlich Technologie, Größe, Antragsteller und Gebäudetyp (Neubau und Bestandsgebäude) – auf alle Fernwärmenetze anzuwenden. Zu nennende Technologien sind beispielsweise Power-to-District-Heat, Großwärmepumpen, Biomassemitverbrennung, Einbindung von Abwärmequellen (Industrie und Müllwärme), Solar- und Geothermie.